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Mit der Zivilpoesie von Sergio Raimondi begründete der Verlag Reinecke & Voß im letzten Jahr eine neue Reihe lateinamerikanischer Literatur. In kurzen Lesungen und Gesprächen werden wir erste und exklusive Einblicke in die Arbeit an gerade entstehenden Büchern geben.
Für #verlagebesuchen möchten wir dabei zwei herausragende Werke der lateinamerikanischen und karibischen Literatur in den Mittelpunkt stellen.

Nancy Morejón (*1944) gehört zu den wichtigsten und meistübersetzten Lyrikerinnen Kubas. Ihre Dichtung steht in der Tradition von Aimé Césaire und Nicolás Guillén, dessen enge Vertraute sie war, und schöpft aus dem Alltag wie auch der Geschichte afrokaribischer Kultur. In der edition ultramar ist eine Auswahl ihrer Gedichte und Essays in Vorbereitung.

César Vallejo (1892-1938) zählt zu den großen Klassikern der lateinamerikanischen Literatur, seine Lyrik ist auch in Deutschland vielgelesen. Unbekannt sind hingegen die Prosa und Essays sowie die umfangreiche und vielfältige journalistische, kulturkritische Arbeit des peruanischen Autors. Das wollen wir ändern und auch das „andere Werk“ Vallejos für die deutschen LeserInnen erschließen.

Abgerundet wird der Nachmittag durch weitere Kostproben aus dem Programm des Fachverlags für Horizonterweiterung.

Beteiligte:

Jorge J. Locane wird Einblicke in das Werk Sergio Raimondis sowie die Arbeit unabhängiger Verlage in Lateinamerika geben. Zudem ist er an diesem Nachmittag die „originale Stimme“ César Vallejos.
Er hat Literaturwissenschaft an der Universidad de Buenos Aires studiert und am Lateinamerika-Institut der FU Berlin promoviert. Daneben veröffentlichte er die Gedichtbände Poesía indestructible und, zusammen mit Alfredo Jaramillo, Neuquén/Neukölln, ist Mitherausgeber der Anthologie El tejedor en Berlín und Mitgründer der zweisprachigen Literaturzeitschrift alba. lateinamerika lesen, die sich dem kulturellen Austausch zwischen Lateinamerika und Deutschland verschrieben hat. Aktuell ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln.

Ineke Phaf-Rheinberger wird das Werk von Nancy Moréjon vorstellen, mit dem sie sich seit vielen Jahren intensiv als Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin beschäftigt.
Sie lebt in Berlin und forscht zu Kultur- und Wissenschaftsgeschichte im postkolonialen Kontext mit Schwerpunkt auf lateinamerikanischer, karibischer und afrikanischer Literaturkritik. Daneben unterrichtete sie an der FU und HU Berlin und war Professorin an der University of Maryland. Sie hat zu wichtigen Autorinnen der „Schwarzen Diaspora“ wie zum Beispiel Astrid H. Roemer gearbeitet und zwei Gedichtbände von Nancy Moréjon übersetzt: Ruhmreiche Landschaft (Coleba, 2001) und Wilde Kohlen (wvb, 2010).

Peter Holland gibt die edition ultramar heraus, erzählt, stellt Fragen und beantwortet auch welche.
Er lebt als Verleger, freier Lektor und Literaturvermittler in Berlin. Organisator von Lesungen, Verlagspräsentationen, Literaturausstellungen und Buchbinde-Werkstätten.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Lateinamerika-Netzwerk der freien Literaturszene Berlin (NFLB).

Foto: Reinecke & Voß